Bin ich der Typ für die Selbständigkeit? – 7 ehrliche Gedanken, bevor du startest!

Vielleicht brauchst du gar keine perfekte Geschäftsidee.
Vielleicht braucht deine Idee nur dein mutigstes Ich, das die Idee trägt.

In meiner Beratung erlebe ich immer wieder, dass mir Gründer*innen gegenüber sitzen, die absolut überzeugt sind: ich kann erst gründen wenn ich die perfekte Idee, genug Geld, das perfekte Logo und/ oder ein sicheres Gefühl habe.

Aber ganz ehrlich?

In diesem Artikel schauen wir nicht auf Businesspläne oder Versicherungen, sondern auf dich. Denn Selbständigkeit ist eine krasse Persönlichkeitsentwicklung, die du durchmachen kannst – wenn du dich darauf einlässt.

Und wir schauen auf die Frage:

👉 Bin ich der Typ für Selbstständigkeit?

Ich teile 7 Gedanken mit dir, die dir helfen können, das für dich zu beantworten. Und vielleicht merkst du dabei:

Es braucht weniger „Perfektion“ – und mehr innere Klarheit.

„It’s not our abilities, that show what we truly are. It’s our choices.“
Albus Dumbledore – Harry Potter

1. Du musst nicht der „Unternehmer-Typ“ sein. Aber du brauchst eine innere Entscheidung.

Viele warten auf ein sicheres Gründergefühl. Doch das kommt nicht vorher – es entsteht durch Erfahrung.

Wichtiger als Mut ist die Bereitschaft zu lernen, auszuprobieren und dranzubleiben.

Fragen an dich:

Bin ich bereit, Verantwortung für meine Ideen zu übernehmen, auch wenn es sich noch neu anfühlt? Bin ich bereit, Verantwortung für meine Gründung zu übernehmen, auch wenn ich noch keine Ahnung habe, was alles auf mich zukommt?

Claudia mit pinkem Megafon vor pinkem Hintergrund.

2. Du brauchst kein lautes, extrovertiertes Unternehmerinnen-Ich.

Ruhig, empathisch, besonnen, reflektiert, zuverlässig – all das sind Stärken für Gründer*innen.

Erfolgreiche Selbstständigkeit hat wenig mit Lautsein zu tun, aber sehr viel mit Echtheit, Verlässlichkeit und Vertrauen.

Allerdings darfst du Laut-sein nicht mit Sichtbarkeit verwechseln. Ohne Sichtbarkeit wirst du nicht gefunden – du musst aber nicht LAUT sichtbar sein, sondern kannst ehrlich sichtbar sein. Verlässlich sichtbar sein.

Frage an dich:

Wie möchte ich wirken – nicht: wie „muss“ man als Unternehmer*in sein?

3. Du musst nicht alles wissen, du musst nur wissen, WO es steht oder wie du die Info bekommst.

Wenn du startest, bist du auf einmal:

  • Marketing-Meister*in
  • Steuer-Spezialist*in
  • IT-Fachfrau/ -mann
  • Buchhaltungs-Genie
  • Controlling-Koryphäe
  • Backoffice-Expertin
  • … die Liste ist unendlich lang.

Glaub mir, ich hab schon mehr als einmal mächtig gekotzt, weil mein Drucker nicht funktioniert hat oder irgendwas mit der Website war.

Aber du kannst sehr viel lernen. Einfache Probleme kannst du mit der KI lösen, für andere Probleme wirst du Fachleute beauftragen.

Das ist Selbstständigkeit: Nicht alles selber wissen – aber verantwortlich mit dem Nichtwissen umgehen.

Fragen an dich:

Bin ich lösungsorientiert und offen, Neues zu lernen? Bin ich auch bereit, Aufgaben vertrauensvoll abzugeben?

4. Du brauchst kein ständiges Hochgefühl, sondern ein Warum.

Antrieb ist wichtiger als Motivation.

Dein innerer Grund, warum du das tun willst, trägt dich durch stressige Tage und schwierige Kund*innen.

Schreib in einem Satz auf:

👉 Ich will selbstständig sein, weil…

„You don’t have to be fearless. Just don’t let fear stop you.“
Diane Lockhart – The Good Fight

5. Du darfst Angst haben – aber du darfst dich nicht von ihr steuern lassen.

Angst ist normal. Sie will dich nur schützen.

Spannend wird es, wenn du fragst:

👉 Schützt mich die Angst – oder hält sie mich klein?

Ich finde es in meiner Beratung immer wieder total beeindruckend, wie mutig meine Gründer*innen sind. Sie gründen teilweise aus schwierigen Situationen heraus, aber WOLLEN die Selbständigkeit wirklich um jeden Preis. Und ziehen es auch durch.

6. Du bist nicht allein – außer du entscheidest dich dafür.

Viele glauben: „Wenn ich gründe, muss ich alles alleine machen.“

Nope. Unterstützung gehört zur Selbstständigkeit. Austausch, Beratung, Mentoring, Gemeinschaft – das ist Stärke, kein Zeichen von Schwäche.

Vor allem die Unterstützung aus deinem direkten Umfeld (Familie, Partnerschaft, Freundschaften) ist immer hilfreich. Deine Familie sollte dir lieber den Rücken stärken, als dir im Nacken sitzen.

Ich selbst mache regelmäßig Arbeitsretreats im Schwarzwald und Co-Working Tage mit Freundinnen, die ebenfalls selbständig sind. Das hilft ungemein und hilft durch schwierige Situationen oder Entscheidungen.

Frage an dich:

Bin ich bereit, mir Hilfe zu holen, bevor ich in meinem Gedankenkarussell feststecke?

Karussel

7. Es geht nicht darum, ob du schon fertig bist, sondern ob du bereit bist zu wachsen.

Du musst noch nicht „fertig“ sein. Du musst dich nicht „fertig fühlen“.

Du musst nur bereit sein, dich auf den Weg zu machen.
Magst du den Film „Matrix“ auch so gerne wie ich? Das ist nämlich ein gutes Beispiel für „nicht fertig sein“.
Neo wusste nicht, was kommt.
Aber er wusste: Er geht jetzt diese Tür durch.
Und vielleicht bist du gerade genau an diesem Punkt.

Aus meiner Selbständigkeit

Ich hab mich ehrlich gesagt auch immer wieder mal „nicht fertig“ gefühlt. Das konnte ich vor allem bei der Sichtbarkeit feststellen. Ich habe ewig für meinen ersten Beitrag bei LinkedIn gebraucht, EWIG! Hier noch umformuliert, dort nochmal nach anderen Bildern geschaut – von außen betrachtet war es sicherlich schwer zu ertragen, wie lange ich alles hin und her geschoben habe, bis ich es dann endlich veröffentlicht habe.

Ich kenne das Problem mit dem „sich-fertig-fühlen“. Und es gibt nur einen gute Umgang damit: einfach machen!

Claudia schaut nach links, die Haare fliegen zur Seite.

✨ Fazit

Du solltest in deinem Gebiet, was du anbieten willst (Coaching, Beratung, Training, Webdesign, Grafik-Design, sonstige kreative Dienstleistungen), Erfahrung haben, aber auch nicht unbedingt 10 Jahre plus 100 Zusatzqualifikationen.

Aber:

Du musst nicht perfekt sein.

Es reicht, wenn du…

✔ Verantwortung übernehmen willst

✔ lernen willst

✔ ein echtes Warum hast

✔ dich weiterentwickeln willst

✔ nicht darauf wartest, dass jemand dir sagt: Jetzt ist der richtige Moment.

Selbstständigkeit beginnt nicht mit einem Businessplan.

Sie beginnt mit einer inneren Entscheidung.

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